Urban Gardening – Rückkehr zur Selbstversorgung?

Amerika und Kuba haben es vorgemacht, auch in Deutschland ist der Trend im Kommen. Egal ob Berlin, Köln, Hamburg oder Stuttgart, in deutschen Städten entstehen Nachbarschafts- und Community-Gärten, welche von der Regierung gefördert werden. Ziel ist es, Flächen einer Stadt in fruchtbare Landschaften umzuwandeln, hierbei wird auf nachhaltige Landwirtschaft und regionale sowie saisonale Lebensmittel gesetzt.

An allen Orten wird gepflanzt und geerntet, bereits in den siebziger Jahren entstanden in den USA die ersten Community-Gärten. Leerstehende Industrieflächen und anderer nutzbarer Boden bieten Platz für urbane Landwirtschaft. Die Ausrüstung welche man dafür benötigt, unterscheidet sich nicht von üblichen Garten-Handwerkzeugen, wie beispielsweise Gartenscheren, Spaten oder Garten-Handschuhe.

Die verschiedenen Arten des Urban Gardenings:

Community Gardens oder Gemeinschaftsgärten befinden sich meist in der Stadt. Die Flächen dieser Gärten werden größtenteils von Kirchen, Schulen, politischen Gruppierungen und anderen Vereinen genutzt.

Interkulturelle Gärten sind Gärten die von mehreren Menschen verschiedener Herkunft gleichzeitig genutzt werden. Dies fördert unter anderem einen internationalen Austausch. Interkulturelle Gärten sind zudem therapeutische Stätten, Zufluchtsorte und sie bieten verschiedene Bildungsangebote.

Nachbarschaftsgärten befinden sich meist in Höfen oder auf Dächern. Sie werden, wie der Name schon sagt, von Anwohnergemeinschaften bewirtschaftet.

Urbane Landwirtschaft auf Kuba

Kuba zählt zu den Vorreitern der ökologischen Landwirtschaft und ist Vorbild für viele Staaten der Erde.  Auf Kuba gehört der Stadtgarten zum offiziellen politischen Programm. Ausgelöst durch den Zerfall der Sowjetunion 1989, kam es zu einer Wirtschaftskrise und die Nahrungsimporte durch die Sowjetunion blieben aus. Die Karibikinsel suchte umgehend nach Lösungen um dies zu beheben. Mit der “Agricultura Urbana”, gefördert von der Regierung Fidel Castros und dank Einführung neuer ökologischer Techniken, wurde Kuba zum Vorreiter der urbanen Landwirtschaft.

In Havanna gibt es über 8.000 Gärten welche auf Dächern, Flächen staatlicher Unternehmen oder auf Gemeinschaftsbeeten angebaut werden. Die Qualität der Nahrungsmittel hat sich deutlich verbessert. Ungefähr 540.000 Tonnen Nahrungsmittel wurden seit 1998 in Havanna erzeugt. Durch die Förderung der Regierung haben Havannas Bürger Zugang zu einer großen Vielfalt an Obst und Gemüse. Kuba wurde im Jahr 2010 mit dem Goldman ausgezeichnet, welcher als bedeutendster Umweltpreis weltweit gilt.

Viele von uns wünschen sich einen näheren Bezug zur Natur und zu unserem Essen. Der urbane Gartenanbau ist eine tolle Möglichkeit, selbst Hand anzulegen. Die Vorteile der urbanen Landwirtschaft sind sehr vielfältig. Man verbessert das städtische Klima, man leistet einen Beitrag zur Artenvielfalt aber vor allem spart man Geld. Der Trend gilt auch als Lösung sozialer und ökologischer Probleme.


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