Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei Tasteninstrumenten um diejenigen Musikinstrumente, bei denen der Ton indirekt mittels Anschlagen einer Taste erzeugt wird.
Die Tasteninstrumente lassen sich in vier Gruppen unterteilen, je nach Art der Tonerzeugung. Zuerst gibt es die sogenannten „Saitenklinger“, die Chordophone, wie beispielsweise Klavier, Cembalo oder Clavichord. Hier werden die Saiten zum Schwingen gebracht, was sich wiederum auf den Resonanzkörper überträgt. Bei der zweiten Gruppe handelt es sich um die Aerophone, also um die „Luftklinger“ (Orgel, Harmonium, Akkordeon). Des Weiteren gibt es „Selbstklinger“, auch Idiophone genannt. Hierunter zählt die Celesta. Zuletzt sei das Keyboard zu erwähnen, welches zur Gruppe der Elektrophone gehört.
Darüber hinaus unterscheiden sich die Tasteninstrumente auch in der Art ihrer Tonerzeugung. Bei Klavier und Celesta werden die Saiten angeschlagen, beim Cembalo gezupft. Bei der Orgel entstehen die Töne durch Anblasen der Pfeifen, beim Akkordeon wird der Ton ebenfalls mittels Luft erzeugt.
Das Klavier besteht, vereinfacht gesagt, aus einem Resonanzkörper, den Saiten aus Gussstahldraht, der Mechanik, der Klaviatur (in der Regel 88 Tasten) sowie zwei oder drei Pedalen. Die Töne werden zumeist nicht nur von einer einzelnen Saite erzeugt, sondern von einem sogenannten Saitenchor, bestehend aus zwei bis drei gleich gestimmten Saiten. Mittels der Pedale kann der Klang beeinflusst werden. Mit dem rechten Pedal werden alle Dämpfer von den Saiten gehoben, sodass diese auch nach dem Loslassen der Taste noch weiterschwingen. Das linke Pedal verschiebt die gesamte Mechanik des Instruments einige Millimeter nach rechts oder nach links. Dadurch werden beim Anschlagen durch den Hammer nicht mehr alle Saiten eines Saitenchors getroffen, sondern nur noch zwei oder gar eine. Das mittlere Pedal ist nicht immer vorhanden. Bei diesem Pedal handelt es sich entweder um ein Tonhalte- oder um ein Moderatorpedal. Das Tonhaltepedal verhindert, dass die angehobenen Dämpfer wieder zurück auf die Saiten fallen. So kann man beispielsweise einen Ton festhalten, während bei allen anderen die Dämpfer auf das Spielen und Loslassen der Tasten reagieren. Beim sogenannten Moderatorpedal schiebt sich bei dessen Betätigung ein Filzstreifen zwischen die Saiten und die Hämmer, das Instrument wird dadurch leiser.
Beim Cembalo handelt es sich um ein historisches Tasteninstrument, welches sich besonders durch seinen hellen, obertonreichen Klang hervorhebt. Hier werden die Saiten nicht, wie beim Klavier, mit einem Hammer angeschlagen, sondern durch Kiele angerissen. Ebenfalls beeinflusst hier der Anschlag nicht die Lautstärke der Töne. Manche Cembali besitzen, wie die Orgel, Register.
Bei der Orgel wird der Klang durch die Orgelpfeifen erzeugt, welche mittels eines Luftstromes angeblasen werden. Zumeist handelt es sich bei diesen Pfeifen um so genannte Labialpfeifen, bei denen die Luftsäule im Innern zum Schwingen gebracht wird und so der Ton erzeugt wird (vergleichbar der Tonerzeugung einer Blockflöte). Es gibt jedoch auch so genannte Lingualpfeifen, deren Tonerzeugung der einer Klarinette ähnelt. Die Pfeifen, denen jeweils eigene Register zugeordnet sind, werden über die verschiedenen Manual sowie die Pedale vom Spieltisch aus angesteuert. Wurden früher zur Erzeugung des Luftstroms, auch Wind genannt, große Blasebälge eingesetzt, so verwendet man heutzutage hauptsächlich elektrische Gebläse. Die Anzahl der Manuale beläuft sich, abhängig von der Größe der Orgel, auf ein bis fünf oder sechs Stück. Durch gezielte Kombination verschiedener Register lassen sich unterschiedliche Klangfarben erzeugen. Die Pedale werden entweder mit den Fußspitzen oder den –absätzen gespielt und ermöglichen ein vierstimmiges Spiel.
Das Keyboard ist ein Tasteninstrument, welches seine Töne elektrisch erzeugt. Unterschieden wird zwischen Keyboards und Digitalpianos. Keyboards besitzen zumeist weniger Tasten als ein Klavier, haben also einen kleineren Tonumfang. Im Gegensatz zum Klavier ist hier zum Spielen der Tasten ein geringerer Kraftaufwand notwendig, da die Tasten beim Keyboard keine Mechanik betätigen. Zumeist besitzt ein Keyboard auch zusätzliche Effekte, mittels derer der Klang verändert werden kann. Des Weiteren finden sich beim Keyboard Zusatzfunktionen, wie beispielsweise das Zuschalten eines Rhythmus oder Klänge unterschiedlicher Instrumente.
Digitalpianos haben den vollen Tonumfang eines Klaviers, eine der Klaviermechanik nachempfundene gewichtete Hammermechanik sowie einen zumeist auf Sampletechnik beruhenden, sehr authentischen Klavierklang. Als Übungspiano sowie auf der Bühne im Bereich der Popmusik haben sich Digitalpianos heute ihren Platz neben dem akustischen Klavier behauptet.
Foto: © Daniel Grapp, Grapstar/ PIXELIO
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