Kaugummi zur Zahnpflege – Notlösung oder adäquates Mittel?

Besteht nach der Mahlzeit keine Möglichkeit, sich die Zähne zu putzen, greifen viele Menschen auf zahnpflegende Kaugummis zurück. Denn schnell entsteht Plaque, die Nährboden für Bakterien bildet, welche dann wiederum Karies verursachen.
Zahnpflegekaugummis sind in der Regel frei von Zucker. Um den Kaugummi je nach Geschmacksrichtung zu süßen, wird ein hochwertiger Zuckeraustauschstoff namens Xylit verwendet. Dessen Verzehr ist absolut unbedenklich, da es sich um einen natürlichen Süßstoff handelt, der auch in Früchten vorkommt. Geschmacklich sind Kaugummis mit Zucker kaum von ihrer zuckerfreien Variante zu unterscheiden. Im Gegensatz zum „normalen“ Zucker verursacht Xylit jedoch keine Karies. Ein weiterer Vorteil dieser zuckerfreien Kaugummi-Variante ist, dass sie auch für Diabetiker geeignet ist.

Den Ausschlag gibt das Kauen

Durch den vermehrten Speichelfluss, den das Kauen des Kaugummis auslöst, werden die Zähne gereinigt und Essensreste weggespült. Bakterien erhöhen ihre Aktivität, wenn sie Zucker erhalten. Daher macht das Kauen zuckerfreier Kauprodukte in jedem Fall Sinn. Denn durch Zucker produzieren die Bakterien vermehrt Milchsäure, die den Zahnschmelz angreift.

Was geschieht im Mund beim Kauen?

Die Säuren im Mund werden durch das Kauen besser reguliert, denn die dadurch verursachte starke Speichelbildung neutralisiert die Milchsäuren und Bakterien finden durch den fehlenden Zucker keinen weiteren Nährboden. So werden diese weniger aktiv und es entsteht weniger aggressive Milchsäure.
Bevor der gewünschte Effekt jedoch eintritt, muss ein zuckerfreier Kaugummi jedoch mindestens 12 Minuten lang gekaut werden. Außerdem darf während dieser Zeit keine andere, eventuell zuckerhaltige, Nahrung zu sich genommen werden, damit die Bakterien auf diesem Wege keine weiteren Nährstoffe bekommen.
Die Zähne werden durch das regelmäßige Kauen auch remineralisiert, denn der Speichel enthält wichtige Mineralien, die für den Aufbau des Zahnschmelz ebenso wichtig sind wie für seinen Erhalt. Zwar sind Spuren dieser Mineralien auch in Zahnpflegekaugummis zu finden um diesen Vorgang positiv zu beeinflussen und den Körper zu unterstützen, jedoch kann der Körper die Zähne so, durch regelmäßiges Kauen, auch selbst schützen und aufbauen.

Weiße Zähne durch Kaugummis – geht das?

Neben der Verbesserung der Mundflora sollen Zahnpflegekaugummis auch dabei helfen, weißere Zähne zu bekommen oder zu erhalten. Um die Zähne weiß zu halten bietet der Handel Produkte mit einem sogenannten „Bi-White-Zusatz“ an. Dabei handelt es sich um Kaugummis, die Natriumkarbonat enthalten. Durch den Zusatz des Natriumkarbonat wird der Verfärbung der Zähne vorgebeugt. Diese entstehen vor allem beim regelmäßigen Genuss von Tee, Rotwein, Kaffee oder Nikotin.
Tatsächlich können Zahnpflegekaugummis also helfen, Karies zu vermeiden. Gerade dann, wenn unterwegs keine Zahnbürste zur Hand ist, bieten sie eine sinnvolle Alternative, um die Zähne trotzdem zu reinigen. Die Zahnbürste gänzlich ersetzen können sie allerdings nicht.


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