Festliche Aromen

Weihnachtszeit, so sagt man, ist die schönste Zeit. Wir verbinden sie nicht nur mit liebevoll verpackten Geschenken, gutem Essen und stimmungsvoll geschmückten Straßen, sondern auch mit dem heimeligen Duft von brennenden Kerzen vermischt mit dem ätherischen Wohlgeruch des Weihnachtsbaums.

Schon in der Adventszeit wird unsere Vorfreude auf das Fest durch den Duft frisch gebackener Plätzchen, Weihnachtsstollen und Lebkuchen geweckt, und was dieser verspricht, liefert uns ein nicht weniger intensives Geschmackserlebnis. Das Geheimnis des Aromas liegt neben anderen guten Zutaten vor allem in der Auswahl weihnachtlicher Gewürze.

Doldenblütler – eine würzige Familie

Verwandtschaft spielt speziell zur Weihnachtzeit eine ganz besonders große Rolle, doch nicht nur unter unseren Anverwandten, auch unter den Gewürzen gibt es familiäre Beziehungen. Sehr nahe stehen sich Petersilie, Dill, Kerbel und Liebstöckel, wenn sie auch in der Weihnachtsbäckerei keinerlei Verwendung finden. Ihre Geschwister Anis und Koriander allerdings sind klassische Gewürze zum Fest.

Nicht näher mit Anis verwandt ist der Sternanis, der jedoch in ähnlicher Weise verwendet wird. In Printen, Lebkuchen und Anisplätzchen kann sich der süßliche, feinwürzige und etwas lakritzartige Geschmack voll entfalten. Beiden Gewürzen wird – wie dem Liebstöckel auch – eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Sicher nachgewiesen ist jedoch nur die schleim- und krampflösende Wirkung des in ihnen enthaltenen ätherischen Öls.

Koriander findet sich nicht nur im Currypulver, sondern auch in fertigen Gewürzmischungen für Lebkuchen. Die fein gemahlenen Spaltfrüchte besitzen einen ähnlichen Geschmack wie Anis und darüber hinaus verdauungsfördernde und antibakterielle Eigenschaften.

Ingwergewächse – nicht weniger würzig

In dieser Familie tummeln sich ebenfalls allerlei Gewürze. Am bekanntesten ist natürlich der Ingwer, doch auch Kardamom und Kurkuma geben sich hier ein Stelldichein.

Von der Ingwerpflanze werden nicht die Früchte, sondern der knollenförmige Wurzelstock verwendet. Er besitzt ein scharfes, süßliches Aroma und passt zu Weihnachtsplätzchen, Lebkuchen und Spekulatius. Darüber hinaus ist er gesund und vertreibt Übelkeit.

Vom Kardamom gibt es zwei verschiedene Arten, den Grünen und den Schwarzen – von beiden werden die Kapselfrüchte verwendet. Der Grüne Kardamom bereichert Lebkuchen und Spekulatius, während der Schwarze meist deftigen Gerichten der indischen Küche den letzten Schliff gibt.

Weihnachtsgewürze aus anderen Familien

Gewürznelken, die Lebkuchen und Glühwein verfeinern, sind getrocknete Knospen eines Myrtengewächses, sind also nicht mit den Nelken verwandt, die wir in Gärten anbauen. Benannt sind sie nach ihrer Form, die an kleine Nägel erinnert. Die Nägelchen lindern Appetitlosigkeit und Völlegefühl.

Aus der gleichen Familie stammt Piment, der aus getrockneten Steinfrüchten eines Baumes gewonnen wird. Er schmeckt intensiver und schärfer als Gewürznelken und wird darum auch Nelkenpfeffer genannt.

Ein bestimmtes Gewürz ist in den letzten Jahren leicht in Verruf geraten, doch was wären Zimtsterne ohne die gemahlene, getrocknete Rinde von Cinnamomum verum? Stein des Anstoßes war das in minderwertigem Zimt in hoher Dosierung vorkommende Cumarin, das unter Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Das blumige Bouquet der Vanille lässt nicht erstaunen, dass es sich um die Frucht einer Orchidee handelt. Bratäpfel oder die berühmten Kipferl wären ohne sie undenkbar. Während ihr im 18. Jh. noch Heilkräfte zugeschrieben wurden, besitzt die Vanille in der Gegenwart keine medizinische Bedeutung mehr.


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